Goethe-Zertifikat C1 (modular, ab 2024) · C1

Goethe-Zertifikat C1 (modular, ab 2024): Modelltest mit Lösungen

Ein vollständiger Testsatz zum Lesen und Nacharbeiten: alle Teile, alle Aufgaben, jede Lösung mit Begründung. Interaktiv mit Zeit, Audio und Auswertung startest du denselben Satz über einen Klick.

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Lösungen sind eingeklappt. Die Aufgaben stammen aus unserem eigenen Bestand (10 Testsätze insgesamt), nicht aus offiziellen Modellsätzen.

Lesen · 65 Minuten

Wer entscheidet, wenn Software siebt? – Über KI in Bewerbungsverfahren

Wer in einem großen Unternehmen eine Stelle sucht, durchläuft ein Verfahren, in dem die erste Sichtung der Unterlagen längst nicht mehr von Menschen vorgenommen wird. Eine Software vergleicht Lebensläufe mit Anforderungsprofilen, filtert nach Schlüsselwörtern und erstellt Ranglisten, (1) ______ die Personalabteilung nur noch die ersten zwanzig Plätze zur Kenntnis nimmt. Für die Unternehmen liegt der Vorteil auf der Hand: Die Flut an Bewerbungen lässt sich so in kurzer Zeit (2) ______, ohne dass zusätzliches Personal eingestellt werden muss. Wer jedoch glaubt, solche Systeme urteilten unbefangener als ein Mensch, (3) ______ einem verbreiteten Irrtum auf. Zwar entscheiden Algorithmen nicht nach Bauchgefühl, doch sie lernen aus früheren Entscheidungen – und übernehmen dabei auch deren blinde Flecken. Besonders heikel wird es, wenn die Daten einseitig sind. Wurden über Jahre vor allem Bewerbungen aus einem bestimmten Umfeld berücksichtigt, so (4) ______ das Modell dieses Muster als Erfolgsrezept. Eine Bewerberin mit ungewöhnlichem Lebenslauf (5) ______ dann schnell ins Hintertreffen, ohne dass jemand nachvollziehen könnte, warum. Die europäische Gesetzgebung hat auf diese Problematik reagiert: Systeme, die über Einstellungen mitentscheiden, gelten als Hochrisikoanwendungen. Unternehmen sind verpflichtet, (6) ______ darüber zu geben, wie ihre Modelle zu welchem Ergebnis kommen, und die Ergebnisse überprüfen zu lassen. In der Praxis zeigt sich allerdings, dass viele Betriebe dieser Pflicht nur zögernd (7) ______. Wer die Verantwortung für eine Absage trägt, lässt sich ohnehin selten klären – und genau darin liegt das eigentliche Problem: Ein Verfahren, das niemandem Rechenschaft ablegt, (8) ______ das Vertrauen, von dem es lebt.

Lernen auf Kommando – Warum Betriebe ihre Erfahrenen übersehen

Wer über den Fachkräftemangel klagt, spricht meist über Menschen, die erst noch eingestellt werden müssten. Dabei sitzt das größte Potenzial häufig in den eigenen Reihen – vorausgesetzt, man investiert in die, die schon da sind. Eine Erhebung unter 400 mittelständischen Betrieben zeigt allerdings, dass Weiterbildung zwar als wichtig gilt, aber selten systematisch geplant wird: Nur jedes dritte Unternehmen verfügt über einen verbindlichen Weiterbildungsplan, in den meisten Häusern entscheidet die unmittelbare Führungskraft, wer einen Kurs besuchen darf. Auffällig ist dabei ein Muster, das die Studienleiterin den „Teufelskreis der Bewährten“ nennt. Gefördert werden vor allem diejenigen, die bereits als leistungsstark gelten; wer länger als zehn Jahre dieselbe Tätigkeit ausübt, wird seltener angesprochen. Das geschieht selten aus Böswilligkeit, sondern weil Vorgesetzte das Risiko scheuen, eine eingespielte Abteilung drei Wochen ohne ihre erfahrenste Kraft zu führen. Ältere Beschäftigte erhalten damit genau dann keine Qualifizierung, wenn ihre Tätigkeit durch Software ersetzt werden könnte. Ein Hotelunternehmen aus Sachsen hat diesen Kreislauf nach eigenen Angaben durchbrochen, indem es die Weiterbildung von der Zustimmung der Führungskräfte entkoppelte. Zweimal im Jahr werden alle Beschäftigten zu einem Gespräch eingeladen, in dem es ausschließlich um ihre berufliche Entwicklung geht; die Teilnahme an Kursen gilt als Arbeitszeit, für die Zeit der Abwesenheit wird eine Vertretung bezahlt. Der Personalchef räumt ein, dass dies zunächst teuer gewesen sei, inzwischen habe sich die Fluktuation in den betroffenen Abteilungen jedoch halbiert. Die Auswertung der Anmeldungen enthält einen Befund, der vielen Annahmen widerspricht: Abendkurse nach achtzehn Uhr wurden kaum genutzt, Wochenendangebote noch weniger. Wer im Schichtbetrieb arbeitet, so das Fazit, lernt nicht dann, wenn es dem Betrieb passt, sondern dann, wenn es in den Alltag passt. Wer Weiterbildung ernst nimmt, muss deshalb nicht nur das Budget erhöhen, sondern Arbeitszeit umverteilen – eine Entscheidung, die keine Weiterbildungsabteilung allein treffen kann.

Im Takt der App – Reportage aus dem Lieferbetrieb

Um 11:47 Uhr meldet sich das Telefon, das Amir K. am Lenker befestigt hat. (1) ______ Zwölf Minuten bleiben ihm, um die Bestellung abzuholen; die App hat die Strecke bereits berechnet und den Zeitpunkt der Übergabe festgelegt, bevor er die erste Kreuzung erreicht. Amir gehört zu den rund 40.000 Menschen, die in deutschen Großstädten Essen ausliefern. (2) ______ Was auf den ersten Blick nach einem flexiblen Nebenjob aussieht, ist ein Arbeitsverhältnis, dessen Bedingungen ein Programm bestimmt: Wer häufig annimmt, wird bevorzugt bedacht, wer ablehnt, bekommt weniger Angebote. (3) ______ Die Fahrerinnen und Fahrer wissen das. (4) ______ Amir sagt, er habe gelernt, Pausen zu vermeiden, weil das System Untätigkeit registriere. (5) ______ Rechtlich ist das Verhältnis umstritten. (6) ______ Die Unternehmen verweisen darauf, dass die Fahrer Aufträge ablehnen könnten – ein Argument, das in der Praxis wenig überzeugt, weil Ablehnungen Sanktionen nach sich ziehen. (7) ______ In einem Modellprojekt der Stadt Bremen sollen Fahrerinnen und Fahrer nun feste Stunden und einen Tariflohn erhalten. (8) ______ Amir hat sich beworben. Ob er genommen wird, entscheidet allerdings wieder ein Algorithmus.

Fünf Stimmen zur Automatisierung

Fünf Stimmen zur Automatisierung der Arbeitswelt (a) Katrin Behnisch, Sekretärin einer Industriegewerkschaft: „Ich habe nichts gegen Maschinen, die schwere Arbeit übernehmen. Was mich stört, ist die Verteilung der Kosten: Wer mit Algorithmen Gewinne erzielt, muss auch für die Qualifizierung derer aufkommen, deren Stellen verschwinden. Wir fordern deshalb einen Tarifvertrag, der Weiterbildung nicht als freiwillige Wohltat, sondern als einklagbare Pflicht festschreibt – finanziert von den Betrieben, die die Technik einführen.“ (b) Hannes Rüdiger, Inhaber eines Maschinenbaubetriebs mit 90 Beschäftigten: „Wir haben in den letzten fünf Jahren drei Anlagen automatisiert und niemanden entlassen; die Belegschaft ist heute älter als damals. Was uns blockiert, sind nicht die Kosten der Technik, sondern die Förderverfahren: Für einen Zuschuss von 15.000 Euro brauche ich einen Berater, zwei Gutachten und ein halbes Jahr Geduld. Ich will Geld, das ich ohne Antragsarchitektur abrufen kann.“ (c) Prof. Dr. Nadezhda Larsen, Industriesoziologin: „Die Debatte über Umschulung verdeckt, dass viele Qualifikationen nicht ersetzt, sondern entwertet werden: Wer zwanzig Jahre lang Anlagen eingerichtet hat, dessen Wissen verliert an Marktwert, ohne dass ein Kurs das ausgleicht. Wir sollten deshalb nicht nur über den Aufstieg nach oben sprechen, sondern über die Aufwertung einfacher Tätigkeiten – über Löhne, Anerkennung und Mitbestimmung bei der Einführung von Systemen.“ (d) Dr. Milan Kovač, Arbeitsmarktforscher bei einem Wirtschaftsverband: „Die öffentliche Vorstellung, Algorithmen würden binnen weniger Jahre ganze Berufe auslöschen, hält keiner Prüfung stand. In unseren Daten verschieben sich Tätigkeiten schrittweise, und der eigentliche Engpass ist ein anderer: Wir finden keine Leute. Wer über Automatisierung redet, ohne über Zuwanderung und Arbeitszeit zu reden, beschreibt nur die halbe Lage.“ (e) Sophie Aydin, Gründerin eines Softwareunternehmens: „Natürlich entstehen neue Berufe – Datenpflege, Modellbewertung, Schnittstellenbetreuung. Nur entstehen sie selten für die Menschen, die ihren Job verlieren: Ein Lagerarbeiter wird nicht dadurch Datenanalyst, dass man ihm einen Kurs empfiehlt. Ich plädiere für Qualifikationskonten, die an die Person gebunden sind und beim Arbeitgeberwechsel mitgenommen werden können.“

1 · (1) … erstellt Ranglisten, ______ die Personalabteilung nur noch die ersten zwanzig Plätze zur Kenntnis nimmt.

  • a sofern
  • b sodass
  • c indem
  • d wobei
Lösung

b — Die Rangliste hat die Folge, dass nur die ersten zwanzig Plätze geprüft werden: „sodass“ leitet genau diese Konsequenz ein. „Wobei“ würde lediglich Gleichzeitigkeit markieren, „indem“ eine Methode und „sofern“ eine Bedingung.

1 · (2) Die Flut an Bewerbungen lässt sich so in kurzer Zeit ______, ohne dass zusätzliches Personal eingestellt werden muss.

  • a bewältigen
  • b überwinden
  • c austragen
  • d erledigen
Lösung

a — Eine Flut bewältigen ist die übliche Kollokation für eine kaum zu schaffende Menge; „überwinden“ verlangt ein Hindernis, „austragen“ einen Konflikt. „Erledigen“ wäre umgangssprachlich möglich, passt aber nicht zum Bild der Flut.

1 · (3) Wer glaubt, solche Systeme urteilten unbefangener als ein Mensch, ______ einem verbreiteten Irrtum auf.

  • a stößt
  • b tappt
  • c liegt
  • d sitzt
Lösung

d — Die feste Wendung lautet einem Irrtum aufsitzen; nur „sitzen“ bildet sie mit „auf“. „Tappen“ verlangt in eine Falle, „stoßen“ verlangt auf etwas stoßen ohne Dativobjekt.

1 · (4) Wurden über Jahre vor allem Bewerbungen aus einem bestimmten Umfeld berücksichtigt, so ______ das Modell dieses Muster als Erfolgsrezept.

  • a erfasst
  • b deutet
  • c begreift
  • d verinnerlicht
Lösung

c — Etwas als etwas begreifen ist die passende Fügung; das Muster wird als Erfolgsrezept eingeordnet. Verinnerlichen bräuchte kein „als“, „deuten“ würde eine interpretierende Person verlangen.

1 · (5) Eine Bewerberin mit ungewöhnlichem Lebenslauf ______ dann schnell ins Hintertreffen.

  • a läuft
  • b gerät
  • c kommt
  • d fällt
Lösung

b — Ins Hintertreffen geraten ist ein Funktionsverbgefüge und bedeutet, in Nachteil zu kommen. „Kommen“ und „laufen“ bilden die Wendung nicht, „fallen“ verlangt eine andere Präposition.

1 · (6) Unternehmen sind verpflichtet, ______ darüber zu geben, wie ihre Modelle zu welchem Ergebnis kommen.

  • a Mitteilung
  • b Aufschluss
  • c Auskunft
  • d Bescheid
Lösung

c — Auskunft darüber geben, wie … ist die geforderte Fügung. „Aufschluss“ steht mit „über etwas“ ohne „darüber“, „Bescheid“ wird mit einer Dativperson gebraucht.

1 · (7) In der Praxis zeigt sich, dass viele Betriebe dieser Pflicht nur zögernd ______.

  • a nachkommen
  • b folgen
  • c entsprechen
  • d erfüllen
Lösung

a — Einer Pflicht nachkommen steht mit Dativ und bezeichnet das Erledigen einer Verpflichtung. „Erfüllen“ verlangt hier den Akkusativ (die Pflicht erfüllen), „entsprechen“ und „folgen“ treffen die Bedeutung nicht.

1 · (8) Ein Verfahren, das niemandem Rechenschaft ablegt, ______ das Vertrauen, von dem es lebt.

  • a mindert
  • b entzieht
  • c verliert
  • d untergräbt
Lösung

d — „Untergraben“ ist das Bild für ein langsames Zerstören von Vertrauen von innen; nur dieses Verb trägt die Bedeutung. „Entziehen“ bräuchte ein Dativobjekt, „verlieren“ würde das Vertrauen zum Objekt machen, das das Verfahren selbst besitzt.

2 · Was ergibt die Erhebung unter den mittelständischen Betrieben?

  • a Die Führungskräfte lehnen Weiterbildung grundsätzlich ab.
  • b Weiterbildung wird mehrheitlich für verzichtbar gehalten.
  • c Verbindliche Pläne für Weiterbildung sind die Ausnahme.
Lösung

c — Nur jedes dritte Unternehmen verfügt über einen verbindlichen Plan, in den meisten Häusern entscheidet zudem die Führungskraft im Einzelfall. Von Ablehnung ist keine Rede, eher von fehlender Systematik.

2 · Worin besteht der „Teufelskreis der Bewährten“?

  • a Betriebe bilden nur noch Nachwuchs aus und lassen Ältere aus.
  • b Wer schon als stark gilt, wird gefördert, während Erfahrene seltener gefragt werden.
  • c Beschäftigte wechseln nach zehn Jahren regelmäßig die Abteilung.
Lösung

b — Gefördert werden die bereits als leistungsstark Geltenden; wer lange dieselbe Tätigkeit ausübt, wird seltener angesprochen. Der Kreislauf verstärkt sich, weil die Förderung die Bewertung „bewährt“ weiter bestätigt.

2 · Warum sprechen Vorgesetzte erfahrene Beschäftigte seltener an?

  • a Weil sie den Ausfall einer eingespielten Kraft vermeiden wollen.
  • b Weil ältere Beschäftigte rechtlich nicht gefördert werden dürfen.
  • c Weil diese selbst kein Interesse an Kursen zeigen.
Lösung

a — Vorgesetzte scheuen das Risiko, eine eingespielte Abteilung für drei Wochen ohne ihre erfahrenste Kraft zu führen. Die Zurückhaltung folgt also aus dem Betriebsablauf, nicht aus dem Verhalten der Beschäftigten.

2 · Welche Folge hat dieses Muster für ältere Beschäftigte?

  • a Sie erhalten dafür höhere Prämien als jüngere Kollegen.
  • b Sie werden gerade dann nicht qualifiziert, wenn ihre Tätigkeit bedroht ist.
  • c Sie wechseln häufiger in die Ausbildung des Nachwuchses.
Lösung

b — Der Text stellt fest, dass Ältere genau dann keine Qualifizierung erhalten, wenn ihre Tätigkeit durch Software ersetzt werden könnte. Fehlende Förderung und höchster Anpassungsbedarf fallen also zusammen.

2 · Wie hat das Hotelunternehmen den Kreislauf nach eigener Darstellung durchbrochen?

  • a Es hat allen Beschäftigten eine Gehaltserhöhung zugesagt.
  • b Es hat die Zahl der Führungskräfte reduziert.
  • c Es hat Weiterbildung von der Zustimmung der Führungskräfte gelöst und als Arbeitszeit bezahlt.
Lösung

c — Zweimal jährlich finden Entwicklungsgespräche statt, die Teilnahme an Kursen gilt als Arbeitszeit, für die Abwesenheit wird eine Vertretung bezahlt. Entscheidend ist die Entkopplung von der Zustimmung der Vorgesetzten.

2 · Was räumt der Personalchef ein?

  • a Die Kosten waren anfangs hoch, die Fluktuation ist inzwischen gesunken.
  • b Die Förderung musste nach einem Jahr wieder eingeschränkt werden.
  • c Das Modell wird von der Belegschaft kaum angenommen.
Lösung

a — Er sagt, das Vorgehen sei zunächst teuer gewesen; die Fluktuation in den betroffenen Abteilungen habe sich aber halbiert. Er bewertet die Investition im Rückblick also als erfolgreich.

2 · Welcher Befund widerspricht gängigen Annahmen?

  • a Beschäftigte im Schichtbetrieb lernen schneller als andere.
  • b Abend- und Wochenendkurse werden kaum nachgefragt.
  • c Weiterbildung ohne Zertifikat wird abgelehnt.
Lösung

b — Abendkurse nach achtzehn Uhr und Wochenendangebote wurden kaum genutzt. Lernen funktioniert laut Fazit nur, wenn es in den Alltag passt – die übliche Auslagerung in die Freizeit greift also nicht.

3 · Lücke (1) – welcher Satz passt?

  • a Ein kurzer Ton, dann erscheint ein Auftrag auf dem Display.
  • b Die meisten von ihnen arbeiten als Selbstständige, formal ohne Anspruch auf Urlaub oder Lohnfortzahlung.
  • c So entsteht ein Druck, der nicht angeordnet, sondern berechnet wird.
  • d Über die Vergabe entscheidet ein Punktesystem, dessen Regeln niemand vollständig kennt.
  • e Sie organisieren sich in Initiativen und dokumentieren, wie die Vorgaben ihren Arbeitstag zerschneiden.
  • f Aus Sorge, den Anschluss zu verlieren, nimmt er Aufträge an, die er kaum schaffen kann.
  • g Gewerkschaften halten die Konstruktion für eine Umgehung des Arbeitsrechts.
  • h Das Pilotprojekt läuft seit acht Monaten und wird wissenschaftlich begleitet.
  • i Die App berechnet auch die Pausen, allerdings nur die, die sie selbst genehmigt.
  • j Wer die Bedingungen kennt, entscheidet sich bewusst für diesen Job.
Lösung

a — Der Satz muss den Auftragseingang schildern, auf den die Zwölf-Minuten-Frist folgt. Nur „a“ beschreibt den Ton und die Anzeige auf dem Display.

3 · Lücke (2) – welcher Satz passt?

  • a Ein kurzer Ton, dann erscheint ein Auftrag auf dem Display.
  • b Die meisten von ihnen arbeiten als Selbstständige, formal ohne Anspruch auf Urlaub oder Lohnfortzahlung.
  • c So entsteht ein Druck, der nicht angeordnet, sondern berechnet wird.
  • d Über die Vergabe entscheidet ein Punktesystem, dessen Regeln niemand vollständig kennt.
  • e Sie organisieren sich in Initiativen und dokumentieren, wie die Vorgaben ihren Arbeitstag zerschneiden.
  • f Aus Sorge, den Anschluss zu verlieren, nimmt er Aufträge an, die er kaum schaffen kann.
  • g Gewerkschaften halten die Konstruktion für eine Umgehung des Arbeitsrechts.
  • h Das Pilotprojekt läuft seit acht Monaten und wird wissenschaftlich begleitet.
  • i Die App berechnet auch die Pausen, allerdings nur die, die sie selbst genehmigt.
  • j Wer die Bedingungen kennt, entscheidet sich bewusst für diesen Job.
Lösung

b — An die Vorstellung der Gruppe schließt die rechtliche Einordnung an, die der nächste Satz mit „Arbeitsverhältnis“ aufnimmt. „b“ liefert diese Einordnung als Selbstständige ohne Urlaubsanspruch.

3 · Lücke (3) – welcher Satz passt?

  • a Ein kurzer Ton, dann erscheint ein Auftrag auf dem Display.
  • b Die meisten von ihnen arbeiten als Selbstständige, formal ohne Anspruch auf Urlaub oder Lohnfortzahlung.
  • c So entsteht ein Druck, der nicht angeordnet, sondern berechnet wird.
  • d Über die Vergabe entscheidet ein Punktesystem, dessen Regeln niemand vollständig kennt.
  • e Sie organisieren sich in Initiativen und dokumentieren, wie die Vorgaben ihren Arbeitstag zerschneiden.
  • f Aus Sorge, den Anschluss zu verlieren, nimmt er Aufträge an, die er kaum schaffen kann.
  • g Gewerkschaften halten die Konstruktion für eine Umgehung des Arbeitsrechts.
  • h Das Pilotprojekt läuft seit acht Monaten und wird wissenschaftlich begleitet.
  • i Die App berechnet auch die Pausen, allerdings nur die, die sie selbst genehmigt.
  • j Wer die Bedingungen kennt, entscheidet sich bewusst für diesen Job.
Lösung

d — Nach der Beschreibung von Annahme und Ablehnung erklärt „d“ das zugrunde liegende Punktesystem. „c“ wäre eine Zusammenfassung, die erst nach mehreren Belegen trägt.

3 · Lücke (4) – welcher Satz passt?

  • a Ein kurzer Ton, dann erscheint ein Auftrag auf dem Display.
  • b Die meisten von ihnen arbeiten als Selbstständige, formal ohne Anspruch auf Urlaub oder Lohnfortzahlung.
  • c So entsteht ein Druck, der nicht angeordnet, sondern berechnet wird.
  • d Über die Vergabe entscheidet ein Punktesystem, dessen Regeln niemand vollständig kennt.
  • e Sie organisieren sich in Initiativen und dokumentieren, wie die Vorgaben ihren Arbeitstag zerschneiden.
  • f Aus Sorge, den Anschluss zu verlieren, nimmt er Aufträge an, die er kaum schaffen kann.
  • g Gewerkschaften halten die Konstruktion für eine Umgehung des Arbeitsrechts.
  • h Das Pilotprojekt läuft seit acht Monaten und wird wissenschaftlich begleitet.
  • i Die App berechnet auch die Pausen, allerdings nur die, die sie selbst genehmigt.
  • j Wer die Bedingungen kennt, entscheidet sich bewusst für diesen Job.
Lösung

e — Auf „Die Fahrerinnen und Fahrer wissen das“ folgt sinnvoll, was sie daraus machen: Organisation und Dokumentation. „e“ führt genau dieses Handeln ein.

3 · Lücke (5) – welcher Satz passt?

  • a Ein kurzer Ton, dann erscheint ein Auftrag auf dem Display.
  • b Die meisten von ihnen arbeiten als Selbstständige, formal ohne Anspruch auf Urlaub oder Lohnfortzahlung.
  • c So entsteht ein Druck, der nicht angeordnet, sondern berechnet wird.
  • d Über die Vergabe entscheidet ein Punktesystem, dessen Regeln niemand vollständig kennt.
  • e Sie organisieren sich in Initiativen und dokumentieren, wie die Vorgaben ihren Arbeitstag zerschneiden.
  • f Aus Sorge, den Anschluss zu verlieren, nimmt er Aufträge an, die er kaum schaffen kann.
  • g Gewerkschaften halten die Konstruktion für eine Umgehung des Arbeitsrechts.
  • h Das Pilotprojekt läuft seit acht Monaten und wird wissenschaftlich begleitet.
  • i Die App berechnet auch die Pausen, allerdings nur die, die sie selbst genehmigt.
  • j Wer die Bedingungen kennt, entscheidet sich bewusst für diesen Job.
Lösung

i — Der vorangehende Satz nennt die registrierte Untätigkeit, „i“ erklärt den Mechanismus der genehmigten Pausen. Es bleibt beim Thema Zeitmessung, ohne den Text zu wiederholen.

3 · Lücke (6) – welcher Satz passt?

  • a Ein kurzer Ton, dann erscheint ein Auftrag auf dem Display.
  • b Die meisten von ihnen arbeiten als Selbstständige, formal ohne Anspruch auf Urlaub oder Lohnfortzahlung.
  • c So entsteht ein Druck, der nicht angeordnet, sondern berechnet wird.
  • d Über die Vergabe entscheidet ein Punktesystem, dessen Regeln niemand vollständig kennt.
  • e Sie organisieren sich in Initiativen und dokumentieren, wie die Vorgaben ihren Arbeitstag zerschneiden.
  • f Aus Sorge, den Anschluss zu verlieren, nimmt er Aufträge an, die er kaum schaffen kann.
  • g Gewerkschaften halten die Konstruktion für eine Umgehung des Arbeitsrechts.
  • h Das Pilotprojekt läuft seit acht Monaten und wird wissenschaftlich begleitet.
  • i Die App berechnet auch die Pausen, allerdings nur die, die sie selbst genehmigt.
  • j Wer die Bedingungen kennt, entscheidet sich bewusst für diesen Job.
Lösung

g — Die rechtliche Bewertung verlangt eine Institution, die sie vornimmt. „g“ nennt die Gewerkschaften und leitet zum Gegenargument der Unternehmen über.

3 · Lücke (7) – welcher Satz passt?

  • a Ein kurzer Ton, dann erscheint ein Auftrag auf dem Display.
  • b Die meisten von ihnen arbeiten als Selbstständige, formal ohne Anspruch auf Urlaub oder Lohnfortzahlung.
  • c So entsteht ein Druck, der nicht angeordnet, sondern berechnet wird.
  • d Über die Vergabe entscheidet ein Punktesystem, dessen Regeln niemand vollständig kennt.
  • e Sie organisieren sich in Initiativen und dokumentieren, wie die Vorgaben ihren Arbeitstag zerschneiden.
  • f Aus Sorge, den Anschluss zu verlieren, nimmt er Aufträge an, die er kaum schaffen kann.
  • g Gewerkschaften halten die Konstruktion für eine Umgehung des Arbeitsrechts.
  • h Das Pilotprojekt läuft seit acht Monaten und wird wissenschaftlich begleitet.
  • i Die App berechnet auch die Pausen, allerdings nur die, die sie selbst genehmigt.
  • j Wer die Bedingungen kennt, entscheidet sich bewusst für diesen Job.
Lösung

c — Nach dem Hinweis auf Sanktionen fasst „c“ das Ergebnis zusammen: Druck entsteht durch Berechnung, nicht durch Anweisung. Der Satz schließt den Argumentationsgang ab.

3 · Lücke (8) – welcher Satz passt?

  • a Ein kurzer Ton, dann erscheint ein Auftrag auf dem Display.
  • b Die meisten von ihnen arbeiten als Selbstständige, formal ohne Anspruch auf Urlaub oder Lohnfortzahlung.
  • c So entsteht ein Druck, der nicht angeordnet, sondern berechnet wird.
  • d Über die Vergabe entscheidet ein Punktesystem, dessen Regeln niemand vollständig kennt.
  • e Sie organisieren sich in Initiativen und dokumentieren, wie die Vorgaben ihren Arbeitstag zerschneiden.
  • f Aus Sorge, den Anschluss zu verlieren, nimmt er Aufträge an, die er kaum schaffen kann.
  • g Gewerkschaften halten die Konstruktion für eine Umgehung des Arbeitsrechts.
  • h Das Pilotprojekt läuft seit acht Monaten und wird wissenschaftlich begleitet.
  • i Die App berechnet auch die Pausen, allerdings nur die, die sie selbst genehmigt.
  • j Wer die Bedingungen kennt, entscheidet sich bewusst für diesen Job.
Lösung

h — Der Absatz nennt das Projekt, „h“ ergänzt Laufzeit und Begleitung, bevor mit Amir wieder eine Person in den Blick rückt. „j“ würde eine begründete Entscheidung behaupten, die der Schluss relativiert.

4 · Wer von Qualifizierung spricht, muss auch davon sprechen, dass erlerntes Wissen an Wert verliert.

  • a Katrin Behnisch (Gewerkschaft)
  • b Hannes Rüdiger (Maschinenbau)
  • c Prof. Dr. Nadezhda Larsen (Soziologie)
  • d Dr. Milan Kovač (Arbeitsmarktforschung)
  • e Sophie Aydin (Softwareunternehmen)
Lösung

c — Larsen unterscheidet Entwertung von Ersetzung: Wissen verliert an Marktwert, ohne dass ein Kurs das ausgleicht. Sie fordert deshalb Aufwertung einfacher Tätigkeiten statt nur Aufstieg.

4 · Die Geschwindigkeit des Wandels wird in der öffentlichen Debatte überschätzt.

  • a Katrin Behnisch (Gewerkschaft)
  • b Hannes Rüdiger (Maschinenbau)
  • c Prof. Dr. Nadezhda Larsen (Soziologie)
  • d Dr. Milan Kovač (Arbeitsmarktforschung)
  • e Sophie Aydin (Softwareunternehmen)
Lösung

d — Kovač hält die Vorstellung, Algorithmen würden ganze Berufe binnen weniger Jahre auslöschen, für unhaltbar. In seinen Daten verschieben sich Tätigkeiten schrittweise.

4 · Der drängendste Engpass ist nicht die Technik, sondern fehlendes Personal.

  • a Katrin Behnisch (Gewerkschaft)
  • b Hannes Rüdiger (Maschinenbau)
  • c Prof. Dr. Nadezhda Larsen (Soziologie)
  • d Dr. Milan Kovač (Arbeitsmarktforschung)
  • e Sophie Aydin (Softwareunternehmen)
Lösung

d — Kovač sagt ausdrücklich, der eigentliche Engpass sei ein anderer: „Wir finden keine Leute.“ Damit verschiebt er den Fokus auf Zuwanderung und Arbeitszeit.

4 · Finanzielle Unterstützung scheitert an komplizierten Verfahren.

  • a Katrin Behnisch (Gewerkschaft)
  • b Hannes Rüdiger (Maschinenbau)
  • c Prof. Dr. Nadezhda Larsen (Soziologie)
  • d Dr. Milan Kovač (Arbeitsmarktforschung)
  • e Sophie Aydin (Softwareunternehmen)
Lösung

b — Rüdiger beklagt Berater, Gutachten und ein halbes Jahr Geduld für einen Zuschuss von 15.000 Euro. Nicht die Technikkosten blockieren ihn, sondern die Förderbürokratie.

4 · Die Kosten der Anpassung sollen die Betriebe tragen, die von der neuen Technik profitieren.

  • a Katrin Behnisch (Gewerkschaft)
  • b Hannes Rüdiger (Maschinenbau)
  • c Prof. Dr. Nadezhda Larsen (Soziologie)
  • d Dr. Milan Kovač (Arbeitsmarktforschung)
  • e Sophie Aydin (Softwareunternehmen)
Lösung

a — Behnisch fordert, wer mit Algorithmen Gewinne erziele, müsse für die Qualifizierung der Betroffenen aufkommen. Festgeschrieben in einem Tarifvertrag, nicht als freiwillige Leistung.

4 · Neue Tätigkeiten entstehen, sind für die Betroffenen aber oft nicht erreichbar.

  • a Katrin Behnisch (Gewerkschaft)
  • b Hannes Rüdiger (Maschinenbau)
  • c Prof. Dr. Nadezhda Larsen (Soziologie)
  • d Dr. Milan Kovač (Arbeitsmarktforschung)
  • e Sophie Aydin (Softwareunternehmen)
Lösung

e — Aydin nennt neue Berufe, bezweifelt aber, dass ein Lagerarbeiter durch einen Kurs zum Datenanalysten wird. Daraus folgt ihre Forderung nach personengebundenen Qualifikationskonten.

4 · Nicht nur der Aufstieg in höher qualifizierte Arbeit, auch die Aufwertung einfacher Arbeit ist nötig.

  • a Katrin Behnisch (Gewerkschaft)
  • b Hannes Rüdiger (Maschinenbau)
  • c Prof. Dr. Nadezhda Larsen (Soziologie)
  • d Dr. Milan Kovač (Arbeitsmarktforschung)
  • e Sophie Aydin (Softwareunternehmen)
Lösung

c — Larsen kritisiert die Fixierung auf Umschulung nach oben und verlangt, über Löhne, Anerkennung und Mitbestimmung bei der Systemeinführung zu sprechen. Nur diese Person vertritt die genannte Auffassung.

Hören · 40 Minuten

Podcast „Werkstattgespräche“ – Software im Handwerksbetrieb

Sie hören einen Ausschnitt aus einem Podcast. Der Gesprächspartner berät kleine Handwerksbetriebe bei der Einführung von Software. Ordnen Sie die Aussagen den Abschnitten zu.
Transkript

Moderatorin: Willkommen bei „Werkstattgespräche“. Heute geht es um Software in Handwerksbetrieben. Herr Ostermann, Sie beraten Betriebe mit weniger als zwanzig Beschäftigten. Wie ist die Lage? Ostermann: Ernüchternd, offen gesagt. Die Bereitschaft ist da, aber die Zeit fehlt. Ein Betrieb, der tagsüber zwölf Baustellen betreut, hat abends keine Stunde übrig, um drei Programme zu vergleichen. Deshalb entscheidet oft der Zufall, welche Software eingeführt wird. Moderatorin: Und was funktioniert dann trotzdem? Ostermann: Erstaunlich gut funktionieren Werkzeuge, die genau eine Aufgabe übernehmen. Ein Elektrobetrieb in Kassel lässt Angebotstexte aus Stichpunkten vorformulieren und spart nach eigener Rechnung sechs Stunden pro Woche. Der Meister prüft jedes Angebot, aber das Schreiben fällt weg. Moderatorin: Wo sind die Grenzen? Ostermann: Überall dort, wo gehaftet wird. Bei statischen Berechnungen, bei Elektroanschlüssen, bei Brandschutz: Da darf ein Modell nichts entscheiden. Wir haben einen Fall erlebt, in dem ein System eine Leitungslänge „optimiert“ hat – der Fehler fiel erst bei der Abnahme auf. Moderatorin: Und wie reagieren die Beschäftigten? Ostermann: Gemischt, aber anders als erwartet. Die Angst gilt weniger der Technik als der Dokumentation: Wenn jeder Handgriff erfasst wird, fühlt sich das nach Kontrolle an. Interessant ist, dass viele Monteure die Erfassung inzwischen selbst nutzen, weil sie ihnen die Nachweispflicht gegenüber Auftraggebern erleichtert. Moderatorin: Bleibt die Frage nach dem Geld. Ostermann: Die Anschaffung ist selten das Problem. Das Problem sind Betriebe, die Förderprogramme nicht finden, weil sie in drei verschiedenen Zuständigkeiten liegen. Ich kenne Häuser, die 40.000 Euro investiert und keinen Cent Zuschuss beantragt haben – nicht aus Desinteresse, sondern aus Erschöpfung. Moderatorin: Was müsste sich ändern? Ostermann: Die Ausbildung. In den Berufsschulen wird Software noch als Zusatzthema behandelt, dabei gehört sie in die Prüfungsordnung. Solange ein Azubi lernt, wie man ein Gewinde schneidet, aber nicht, wie man prüft, ob ein System plausibel rechnet, bilden wir für eine Welt aus, die es nicht mehr gibt.

Interview: Wie Software die Reihenfolge der Arbeit bestimmt

Sie hören ein Interview mit der Arbeitspsychologin Dr. Reimers über digitale Steuerung im Büro. Sie hören den Text zweimal.
Transkript

Interviewerin: Frau Dr. Reimers, Sie untersuchen seit Jahren, wie digitale Systeme die Arbeit im Büro verändern. Was hat sich in den letzten zehn Jahren tatsächlich verändert? Reimers: Weniger, als die Werbung verspricht, und mehr, als die Betroffenen merken. Die große Automatisierungswelle ist ausgeblieben. Was zugenommen hat, ist die Taktung: Systeme schlagen vor, priorisieren, erinnern – und verschieben damit die Entscheidung darüber, was wichtig ist, von der Person zur Software. Interviewerin: Was heißt das konkret? Reimers: Eine Sachbearbeiterin, die früher selbst entschieden hat, welche Vorgänge dringend sind, bekommt heute eine Liste, die nach einem Score sortiert ist. Sie kann davon abweichen, aber sie muss es begründen. Damit ist die Abweichung erklärungsbedürftig und die Übernahme des Vorschlags der bequeme Weg. Interviewerin: Sie sprechen von „algorithmischer Lenkung“. Ist das nicht ein zu starker Begriff? Reimers: Ich halte ihn für präzise, weil niemand angeordnet hat, dass die Liste Vorrang hat. Es gibt keine Weisung, keinen Befehl, nur eine Oberfläche. Genau deshalb ist die Wirkung so schwer zu greifen – und so wirksam. Interviewerin: Wie reagieren Beschäftigte darauf? Reimers: Unterschiedlich. Ein Teil entwickelt erstaunliche Strategien, um die Vorgaben zu umgehen: Sie bearbeiten Vorgänge vor, damit sie im Score steigen, oder sie legen bewusst Puffer an. Andere ziehen sich zurück und machen nur noch, was die Liste hergibt. Beides ist rational, aber nur das erste erhält die Handlungsfähigkeit. Interviewerin: In Ihrem Buch empfehlen Sie den Betrieben, die Systeme zu „zähmen“. Was bedeutet das? Reimers: Drei Dinge. Erstens: Die Kriterien des Scores müssen offengelegt werden, nicht die Formel, aber die Logik. Zweitens: Es braucht einen Anteil an Vorgängen, der bewusst nicht priorisiert wird, damit Ermessen geübt bleibt. Drittens: Die Einführung muss mit denen verhandelt werden, die damit arbeiten – nicht über sie hinweg. Interviewerin: Und die Beschäftigten selbst? Reimers: Sie sollten aufhören, Software für neutral zu halten. Ein System, das Vorgänge sortiert, trifft eine Entscheidung über Wertigkeit. Wer das einmal verstanden hat, fragt anders nach: Wer hat das festgelegt, und wer haftet, wenn es falsch ist? Interviewerin: Frau Reimers, vielen Dank für das Gespräch.

Studiodiskussion: Bedingungsloses Grundeinkommen

Sie hören eine Diskussion mit drei Personen: Frau Halbach (Wirtschaftswissenschaft), Herr Weigand (Unternehmer) und Frau Ostrowski (Sozialberatung). Sie hören den Text zweimal.
Transkript

Halbach: Die Frage, um die es heute geht, lautet: Brauchen wir ein bedingungsloses Grundeinkommen, weil die Arbeit knapp wird? Ich habe dazu ein Gutachten vorgelegt. Ich beginne mit einer Einschränkung. Die bisherigen Modellversuche sagen weniger, als ihnen zugeschrieben wird. Die Summen waren zu klein, um Verhalten zu verändern, und die Laufzeit zu kurz, um Aussagen über Arbeitsentscheidungen zu treffen. Trotzdem halte ich die Richtung für richtig. Weigand: Da bin ich anderer Meinung, und zwar aus einem praktischen Grund. In den Versuchen haben sich Menschen beworben, die ohnehin bereit waren, über ihre Arbeit zu sprechen. Wer unter Druck steht, bewirbt sich nicht für ein Forschungsprojekt. Die Ergebnisse betreffen also eine Auswahl der Motivierten. Halbach: Das ist ein fairer Einwand, aber er trifft die Finanzierungsfrage nicht. Mein Modell rechnet mit der Abschaffung eines Großteils der bestehenden Transfers: Wohngeld, Kinderzuschlag, Teile der Grundsicherung. Was übrig bleibt, wird über eine höhere Abgabe auf hohe Kapitaleinkünfte gegenfinanziert. Weigand: Und genau diese Rechnung halte ich für eine Illusion. Sie setzt voraus, dass niemand sein Verhalten ändert: nicht die Vermieter, nicht die Arbeitgeber, nicht die Menschen, die heute Teilzeit arbeiten, weil sich mehr nicht lohnt. Außerdem spart der Staat weniger Verwaltung, als Sie annehmen – die Beratungsstellen verschwinden nicht, weil Menschen mit einem Bescheid allein gelassen werden. Ostrowski: Da möchte ich einhaken, weil ich diese Beratungsstellen beruflich kenne. Ich sehe jeden Tag Menschen, denen Geld fehlt – aber eben nicht nur Geld. Wer drei Jahre ohne Beschäftigung ist, hat keinen Tagesrhythmus, keine Termine, kein Netzwerk. Ein Betrag auf dem Konto löst das nicht. Halbach: Das bestreite ich nicht, und ich habe nie behauptet, ein Grundeinkommen ersetze soziale Arbeit. Meine These ist bescheidener: Es nimmt den Druck aus Entscheidungen, die heute aus Existenzangst getroffen werden – welche Stelle man annimmt, welche Weiterbildung man sich zutraut. Ostrowski: In der Praxis meiner Klientel wäre der Effekt kleiner, als Sie hoffen. Wer psychisch krank ist oder Schulden hat, kommt mit einem Formular nicht zurecht, auch wenn es ein einfacheres ist. Was ich bräuchte, wäre ein Anspruch, der nicht an Anträgen hängt, plus Begleitung. Weigand: Und ich bleibe dabei: Wenn wir etwas reformieren, dann gezielt. Eine negative Einkommensteuer erreicht genau die, die wenig verdienen, ohne dass wir Studenten und Gutverdienern einen Scheck schicken. Ostrowski: Wenn wir das machen, dann bitte als Modellversuch in zwei oder drei Kommunen, über fünf Jahre, mit Beratung im Paket und mit einer unabhängigen Auswertung. Alles andere ist Symbolpolitik. Halbach: Mit einem solchen Versuch könnte ich leben – wenn die Höhe des Betrags wirklich existenzsichernd ist. Ein Versuch, der zu niedrig ansetzt, wird wieder nichts beweisen.

Vortrag: „Die Angst vor der Maschine“ – Automatisierung in historischer Perspektive

Sie hören einen Radiovortrag über die Geschichte der Automatisierungsdebatte. Sie hören den Vortrag zweimal.
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Guten Abend. Mein Vortrag trägt den Titel „Die Angst vor der Maschine“ und beginnt mit einer Beobachtung, die älter ist als die Informatik: Sobald eine Technik Arbeit übernimmt, entsteht die Sorge, dass Menschen überflüssig werden. Ich möchte in vier Schritten zeigen, dass diese Sorge nicht falsch, aber regelmäßig falsch adressiert war. Der erste Schritt führt ins Jahr 1930. Ein britischer Ökonom hielt damals fest, die Produktivität wachse schneller als der Bedarf an Arbeitskräften, und prognostizierte eine Arbeitswoche von fünfzehn Stunden. Die Prognose traf die Richtung, nicht das Ausmaß: Die Arbeitszeit sank, aber nicht so stark, weil mit dem Wohlstand neue Bedürfnisse entstanden – Bildung, Gesundheit, Unterhaltung, Beratung. Genau diese Fähigkeit, neue Nachfrage zu erzeugen, ist der Grund, warum einfache Rechnungen zur Automatisierung scheitern. Zweiter Schritt: die siebziger Jahre. Damals wurde die Einführung von Computern in Büros von einer Debatte begleitet, die der heutigen zum Verwechseln ähnlich sieht. Man befürchtete Massenarbeitslosigkeit bei Angestellten. Tatsächlich verschwanden ganze Tätigkeiten – Schreibbüros, Lochkartenabteilungen –, während die Zahl der Bürobeschäftigten insgesamt stieg. Was verschwand, war die Tätigkeit, nicht die Person: Die Betroffenen wechselten in Bereiche, in denen Urteilsvermögen gefragt war. Dritter Schritt, und hier wird es unangenehm: Der Ausgleich funktioniert nicht automatisch und nicht schnell. In den achtziger Jahren verloren in Teilen Nordenglands und im Ruhrgebiet Zehntausende ihre Arbeit in wenigen Jahren; die Regionen brauchten fast zwei Jahrzehnte, um neue Beschäftigung aufzubauen. Die Kosten trugen die, die am wenigsten Möglichkeiten hatten, den Wohnort zu wechseln. Wer über Automatisierung spricht, muss deshalb über regionale Ungleichzeitigkeit sprechen, nicht nur über Durchschnittswerte. Vierter Schritt: Was folgt daraus für heute? Erstens: Die Zahl der Arbeitsplätze ist die falsche Kennzahl; entscheidend ist, ob Menschen ihre Fähigkeiten in neue Aufgaben mitnehmen können. Zweitens: Übergänge brauchen Zeit, und Zeit kostet Geld – Weiterbildung in der Freizeit ist keine Lösung, sondern eine Verschiebung der Kosten auf die Betroffenen. Drittens: Die Geschichte lehrt Demut gegenüber Prognosen. Wer heute sagt, in zwanzig Jahren gebe es keine Buchhaltung mehr, wiederholt einen Satz, der schon vor fünfzig Jahren falsch war. Ich danke Ihnen.

1 · Die Einführung von Software scheitert häufig daran, dass Betriebe die Angebote nicht systematisch vergleichen können.

  • a Abschnitt 1
  • b Abschnitt 2
  • c Abschnitt 3
  • d Abschnitt 4
  • e Abschnitt 5
  • f Abschnitt 6
Lösung

a — Im ersten Abschnitt sagt Ostermann, es fehle die Zeit, drei Programme zu vergleichen, deshalb entscheide oft der Zufall. Genau das ist die Aussage.

1 · Die berufliche Ausbildung hinkt der technischen Entwicklung hinterher.

  • a Abschnitt 1
  • b Abschnitt 2
  • c Abschnitt 3
  • d Abschnitt 4
  • e Abschnitt 5
  • f Abschnitt 6
Lösung

f — Im letzten Abschnitt fordert er, Software in die Prüfungsordnung aufzunehmen. Sonst werde für eine Welt ausgebildet, die es nicht mehr gibt.

1 · Betriebe verzichten auf Förderung, weil die Antragswege zu unübersichtlich sind.

  • a Abschnitt 1
  • b Abschnitt 2
  • c Abschnitt 3
  • d Abschnitt 4
  • e Abschnitt 5
  • f Abschnitt 6
Lösung

e — Im fünften Abschnitt berichtet er von Betrieben, die 40.000 Euro investiert und keinen Zuschuss beantragt haben. Aus Erschöpfung, nicht aus Desinteresse.

1 · In Bereichen mit Haftung dürfen Systeme keine Entscheidung treffen.

  • a Abschnitt 1
  • b Abschnitt 2
  • c Abschnitt 3
  • d Abschnitt 4
  • e Abschnitt 5
  • f Abschnitt 6
Lösung

c — Der dritte Abschnitt nennt statische Berechnungen, Elektroanschlüsse und Brandschutz sowie den Fall der falsch berechneten Leitungslänge. Daraus folgt die Grenze.

1 · Am zuverlässigsten arbeiten Programme, die auf einen einzigen Arbeitsschritt begrenzt sind.

  • a Abschnitt 1
  • b Abschnitt 2
  • c Abschnitt 3
  • d Abschnitt 4
  • e Abschnitt 5
  • f Abschnitt 6
Lösung

b — Im zweiten Abschnitt betont er, erstaunlich gut funktionierten Werkzeuge, die genau eine Aufgabe übernehmen. Mit dem Beispiel der Angebotstexte.

1 · Die Skepsis der Beschäftigten richtet sich vor allem gegen die lückenlose Erfassung ihrer Arbeit.

  • a Abschnitt 1
  • b Abschnitt 2
  • c Abschnitt 3
  • d Abschnitt 4
  • e Abschnitt 5
  • f Abschnitt 6
Lösung

d — Im vierten Abschnitt heißt es, die Angst gelte weniger der Technik als der Dokumentation, die nach Kontrolle wirke. Das ist die Aussage.

2 · Was hat sich laut Reimers in den letzten zehn Jahren verändert?

  • a Systeme beeinflussen, was als wichtig gilt.
  • b Beschäftigte arbeiten deutlich weniger Stunden.
  • c Berufe im Büro wurden weitgehend automatisiert.
Lösung

a — Nicht die Zahl der Stellen hat sich verändert, sondern die Taktung: Systeme priorisieren und verschieben damit die Entscheidung darüber, was wichtig ist. Nur diese Aussage gibt die Textstelle zutreffend wieder.

2 · Wie verändert sich die Arbeit der Sachbearbeiterin?

  • a Sie verliert den Zugriff auf die Vorgangsliste.
  • b Sie muss Abweichungen von der vorgegebenen Reihenfolge begründen.
  • c Sie entscheidet wieder selbst über die Dringlichkeit.
Lösung

b — Die Liste ist nach einem Score sortiert; abweichen darf sie, muss es aber begründen. Dadurch wird die Übernahme des Vorschlags zum bequemeren Weg.

2 · Warum hält Reimers den Begriff „algorithmische Lenkung“ für präzise?

  • a Weil der Begriff in der Forschung eingeführt ist.
  • b Weil die Wirkung ohne Anordnung entsteht und deshalb schwer zu fassen ist.
  • c Weil es klare Anweisungen der Vorgesetzten gibt.
Lösung

b — Es gibt keine Weisung, nur eine Oberfläche – die Liste wirkt, weil sie bequem ist. Diese Anordnungslosigkeit macht die Steuerung schwer greifbar und zugleich wirksam.

2 · Welche Reaktion der Beschäftigten erhält laut Reimers die Handlungsfähigkeit?

  • a Vorgänge vorzuarbeiten, damit sie im Score steigen.
  • b Die Liste vollständig zu ignorieren.
  • c Nur noch zu bearbeiten, was die Liste hergibt.
Lösung

a — Sie unterscheidet aktive Umgehung mit Vorarbeit und Puffern vom Rückzug auf das, was die Liste hergibt. Nur die erste Variante erhält die Handlungsfähigkeit.

2 · Was gehört nicht zu ihren drei Empfehlungen an Betriebe?

  • a Einen Teil der Vorgänge bewusst unpriorisiert lassen.
  • b Die Logik der Bewertung offenlegen.
  • c Die Systeme vollständig abschaffen.
Lösung

c — Sie nennt Offenlegung der Logik, einen Anteil unpriorisierter Vorgänge und Verhandlung mit den Beschäftigten. Von Abschaffung ist keine Rede – ihr Ansatz ist Zähmung.

2 · Worauf zielt die dritte Empfehlung?

  • a Auf die Beteiligung der Beschäftigten bei der Einführung.
  • b Auf die Auswahl externer Berater.
  • c Auf die Verkürzung der Probezeit.
Lösung

a — Die Einführung soll mit denen verhandelt werden, die damit arbeiten. Damit verbindet sie technische Gestaltung mit Mitbestimmung im Arbeitsalltag.

2 · Welche Haltung empfiehlt sie den Beschäftigten?

  • a Sich auf die Bedienung der Oberfläche zu konzentrieren.
  • b Software als neutrales Werkzeug zu betrachten.
  • c Systeme als wertende Instanzen zu befragen.
Lösung

c — Ein System, das Vorgänge sortiert, trifft eine Entscheidung über Wertigkeit. Wer das versteht, fragt nach Urheberschaft und Haftung statt nach Bedienung.

2 · Wie ordnet Reimers die Reaktionen der Beschäftigten ein?

  • a Als Beleg dafür, dass Kontrolle nicht funktioniert.
  • b Als Ausdruck mangelnder Qualifikation.
  • c Als rational, aber unterschiedlich folgenreich.
Lösung

c — Sie nennt beide Reaktionen rational, bewertet sie aber unterschiedlich: Umgehung erhält Handlungsfähigkeit, Rückzug gibt sie auf. Die anderen Optionen sind plausibel, aber nicht belegt.

2 · Was ist die zentrale Botschaft des Interviews?

  • a Büroarbeit wird in wenigen Jahren vollständig automatisiert.
  • b Digitale Systeme müssen gestaltet und ausgehandelt werden, nicht nur eingeführt.
  • c Beschäftigte sollten Priorisierungen grundsätzlich ablehnen.
Lösung

b — Von der Diagnose der algorithmischen Lenkung führt der Weg zu Offenlegung, Ermessen und Beteiligung. Systeme sind gestaltbar – das ist die Pointe.

3 · Wie bewertet Halbach die bisherigen Modellversuche?

  • a Als wenig aussagekräftig, weil Summe und Laufzeit zu klein waren.
  • b Als gelungen, aber politisch nicht durchsetzbar.
  • c Als Beleg dafür, dass niemand die Erwerbsarbeit aufgibt.
Lösung

a — Sie sagt, die Summen seien zu klein gewesen, um Verhalten zu verändern, die Laufzeit zu kurz für Aussagen über Arbeitsentscheidungen. Trotzdem hält sie die Richtung für richtig.

3 · Was wendet Weigand gegen die Aussagekraft der Versuche ein?

  • a Die Teilnehmenden hätten sich freiwillig beworben und seien deshalb besonders motiviert.
  • b Die Versuche seien von Unternehmen finanziert worden.
  • c Die Beträge seien zu hoch gewesen.
Lösung

a — Er argumentiert, wer unter Druck stehe, bewerbe sich nicht für ein Forschungsprojekt. Die Ergebnisse beträfen daher eine Auswahl der Motivierten.

3 · Wie will Halbach die Finanzierung sichern?

  • a Durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer.
  • b Durch Abschaffung der meisten Transfers und eine Abgabe auf hohe Kapitaleinkünfte.
  • c Durch Kürzung der Verteidigungsausgaben.
Lösung

b — Sie rechnet mit dem Wegfall von Wohngeld, Kinderzuschlag und Teilen der Grundsicherung sowie einer höheren Abgabe auf hohe Kapitaleinkünfte. Der Umbau, nicht zusätzliche Schulden, ist ihr Modell.

3 · Worin besteht Weigands Haupteinwand gegen diese Rechnung?

  • a Sie setze voraus, dass niemand sein Verhalten ändert.
  • b Sie sei mathematisch fehlerhaft.
  • c Sie benachteilige ausschließlich Unternehmen.
Lösung

a — Er nennt Vermieter, Arbeitgeber und Menschen in Teilzeit, deren Verhalten sich ändern würde. Zusätzlich bezweifelt er, dass Verwaltung im angenommenen Umfang eingespart wird.

3 · Was beobachtet Ostrowski in ihrer Beratungspraxis?

  • a Finanzielle Leistungen werden kaum beantragt.
  • b Die meisten Klienten lehnen jede Form von Arbeit ab.
  • c Den Betroffenen fehlt nicht nur Geld, sondern auch Struktur und Netzwerk.
Lösung

c — Sie beschreibt fehlenden Tagesrhythmus, fehlende Termine und fehlendes Netzwerk. Geld allein löse das nicht – daher ihr Vorbehalt gegen die Erwartung großer Effekte.

3 · Wie bewertet Ostrowski den Effekt eines Grundeinkommens für ihre Klientel?

  • a Er wäre kleiner als erhofft, weil zusätzliche Begleitung fehlt.
  • b Er wäre nur bei psychischen Erkrankungen spürbar.
  • c Er wäre größer als in anderen Gruppen.
Lösung

a — Wer psychisch krank ist oder Schulden hat, kommt auch mit einem einfacheren Formular nicht zurecht. Sie fordert deshalb einen Anspruch ohne Antrag plus Begleitung.

3 · Was fordert Ostrowski als Vorgehen?

  • a Eine Volksabstimmung vor jeder Reform.
  • b Einen regional begrenzten, langfristigen Modellversuch mit Beratung und Auswertung.
  • c Eine sofortige bundesweite Einführung.
Lösung

b — Sie verlangt zwei oder drei Kommunen, fünf Jahre Laufzeit, Beratung im Paket und unabhängige Auswertung. Alles andere nennt sie Symbolpolitik.

3 · Worin stimmen Halbach und Ostrowski am Ende überein?

  • a Dass ein Versuch nur mit existenzsicherndem Betrag etwas beweisen kann.
  • b Dass Beratungsstellen abgeschafft werden sollten.
  • c Dass die Finanzierung über Kapitaleinkünfte unmöglich ist.
Lösung

a — Halbach kann mit einem Modellversuch leben, wenn der Betrag existenzsichernd ist. Damit treffen sich ihre Position und Ostrowskis Forderung nach einem belastbaren Versuch.

4 · Was will der Vortragende mit dem historischen Rückblick zeigen?

  • a Dass Ökonomen Prognosen grundsätzlich verweigern sollten.
  • b Dass Automatisierung langfristig keine Folgen hat.
  • c Dass die Sorge um Arbeitsplätze stets berechtigt, aber meist falsch adressiert war.
Lösung

c — Er kündigt an, die Sorge sei nicht falsch, aber regelmäßig falsch adressiert gewesen. Der Rückblick dient also der Präzisierung, nicht der Beruhigung.

4 · Was traf die Prognose von 1930?

  • a Das Ausmaß, nicht die Richtung.
  • b Die Richtung, nicht das Ausmaß.
  • c Weder Richtung noch Ausmaß.
Lösung

b — Die Arbeitszeit sank, aber nicht auf fünfzehn Stunden, weil mit dem Wohlstand neue Bedürfnisse entstanden. Deshalb stimmt die Richtung, nicht das Ausmaß.

4 · Warum scheitern einfache Rechnungen zur Automatisierung?

  • a Weil Produktivität kaum noch wächst.
  • b Weil Statistiken unzuverlässig sind.
  • c Weil neue Nachfrage neue Tätigkeiten erzeugt.
Lösung

c — Bildung, Gesundheit, Unterhaltung und Beratung sind die Bereiche, in denen neue Nachfrage entstand. Diese Fähigkeit zur Nachfrageerzeugung unterläuft einfache Rechnungen.

4 · Was geschah laut Vortrag in den siebziger Jahren?

  • a Die Zahl der Bürobeschäftigten sank deutlich.
  • b Computer wurden in Büros kaum eingesetzt.
  • c Bürotätigkeiten verschwanden, die Zahl der Bürobeschäftigten stieg.
Lösung

c — Schreibbüros und Lochkartenabteilungen verschwanden, die Gesamtzahl der Bürobeschäftigten stieg jedoch. Verschwunden sei die Tätigkeit, nicht die Person.

4 · Was zeigt das Beispiel Nordenglands und des Ruhrgebiets?

  • a Dass der Ausgleich lange dauert und regional sehr ungleich verläuft.
  • b Dass neue Beschäftigung innerhalb von zwei Jahren entsteht.
  • c Dass Regionen mit Industrie schneller neue Jobs aufbauen.
Lösung

a — Zehntausende verloren in wenigen Jahren ihre Arbeit, der Aufbau neuer Beschäftigung dauerte fast zwei Jahrzehnte. Die Kosten trugen die, die nicht umziehen konnten.

4 · Welche Kennzahl hält er für ungeeignet?

  • a Die Zahl der Arbeitsplätze insgesamt.
  • b Die Zahl der Weiterbildungsteilnahmen.
  • c Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit.
Lösung

a — Entscheidend sei, ob Menschen ihre Fähigkeiten in neue Aufgaben mitnehmen können. Die reine Zahl der Stellen sagt darüber nichts.

4 · Wie bewertet er Weiterbildung in der Freizeit?

  • a Als Verschiebung der Kosten auf die Betroffenen.
  • b Als wirksamste Form der Qualifizierung.
  • c Als Aufgabe der Berufsschulen.
Lösung

a — Zeit koste Geld, und Weiterbildung in der Freizeit verschiebe diese Kosten auf die Betroffenen. Damit ist sie für ihn keine Lösung, sondern eine Umverteilung nach unten.

Schreiben · 75 Minuten

Forumsdiskussion „Arbeit 4.0“

Im Forum eines Berufsverbands schreibt ein Mitglied: „Wer Bewerbungen von einer Software vorsortieren lässt, spart Zeit – und gibt die Entscheidung über Lebensläufe an ein Programm ab, das niemand überprüfen kann. Ich finde, Unternehmen sollten wieder selbst lesen.“

1 · Schreiben Sie einen Beitrag für das Forum „Arbeit 4.0“. Nehmen Sie Stellung zu der Aussage, Unternehmen sollten Bewerbungen wieder selbst sichten. Begründen Sie Ihre Position, erklären Sie, was algorithmische Vorauswahl leistet, führen Sie mindestens ein Beispiel an und wägen Sie Vor- und Nachteile ab (ca. 230 Wörter).

Modellantwort im Lösungsteil.

Modellantwort

2 · Ihr Betrieb möchte Weiterbildung für Beschäftigte über 50 verbessern. Schreiben Sie eine E-Mail an die Weiterbildungsbeauftragte Ihres Unternehmens: Stellen Sie sich und Ihr Anliegen vor, begründen Sie, warum die Zielgruppe bisher zu wenig berücksichtigt wird, schlagen Sie zwei konkrete Maßnahmen vor und fragen Sie nach Kosten und Zeitplan (ca. 120 Wörter).

Modellantwort im Lösungsteil.

Modellantwort

Sprechen · 20 Minuten

Diskussionsimpuls: Erreichbarkeit nach Feierabend

In einer betrieblichen Umfrage gaben zwei Drittel der Beschäftigten an, auch nach Dienstschluss Nachrichten zu prüfen. Der Betriebsrat diskutiert, ob ein Recht auf Nichterreichbarkeit eingeführt werden soll – mit Ausnahme von Notfällen und vereinbarten Bereitschaftsdiensten.

1 · Halten Sie einen Vortrag zum Thema „Algorithmen als Vorgesetzte – wie sollte die Arbeitswelt darauf reagieren?“ (ca. 5 Minuten). Nutzen Sie die Stichpunkte, sprechen Sie frei und beantworten Sie anschließend zwei Nachfragen.

2 · Diskutieren Sie mit Ihrer Partnerin bzw. Ihrem Partner: Soll es ein Recht auf Nichterreichbarkeit nach Dienstschluss geben? Beziehen Sie sich auf den Impuls und nutzen Sie die vier Stichpunkte. Reagieren Sie auf die Argumente Ihres Gegenübers und versuchen Sie, ein gemeinsames Ergebnis zu formulieren.

Denselben Satz mit Zeit und Auswertung

Punkte je Abschnitt, Begründung je Aufgabe, Urteil gegen die Bestehensgrenze.

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