Interview mit der Wohnberaterin Frau Ahrens über die Wohnungssuche in deutschen Städten.
Transkript (wie im Hörtext gesprochen)
Moderatorin: Frau Ahrens, viele Familien suchen monatelang eine Wohnung. Woran liegt das?
Frau Ahrens: In den letzten zehn Jahren sind die Mieten in den Städten stark gestiegen, gebaut wurde aber zu wenig. Besonders Wohnungen mit drei oder vier Zimmern sind knapp.
Moderatorin: Was raten Sie Familien, die neu in der Stadt sind?
Frau Ahrens: Sie sollten sich zuerst beim Wohnungsamt beraten lassen. Dort erfährt man, ob man einen Wohnberechtigungsschein beantragen kann. Viele wissen nicht, dass es solche Angebote gibt.
Moderatorin: Und wie wichtig ist der Mietspiegel?
Frau Ahrens: Sehr wichtig. Mit dem Mietspiegel kann man prüfen, ob die verlangte Miete in dieser Lage üblich ist. Liegt sie deutlich darüber, sollte man nachfragen, bevor man unterschreibt.
Moderatorin: Viele Familien klagen über Absagen ohne Begründung.
Frau Ahrens: Das ist tatsächlich ein Problem. Vermieter müssen nicht erklären, warum sie jemanden ablehnen. Man sollte deshalb ein vollständiges und ordentliches Bewerbungspaket abgeben.
Moderatorin: Was gehört in dieses Paket?
Frau Ahrens: Eine kurze Selbstauskunft, die letzten drei Gehaltsnachweise, eine Bescheinigung des alten Vermieters und eine Kopie des Personalausweises. Fotos sind heute nicht mehr üblich.
Moderatorin: Was ist mit Genossenschaften?
Frau Ahrens: Die sind ein guter Weg für Familien, weil die Mieten dort meist niedrig bleiben. Man muss allerdings Mitglied werden und eine Einlage zahlen, oft zwei bis drei Monatsmieten.
Moderatorin: Was passiert bei der Wohnungsübergabe?
Frau Ahrens: Man geht die Wohnung gemeinsam durch und schreibt alle Schäden auf. Wichtig sind Fotos und ein Protokoll, das beide Seiten sofort unterschreiben. Ohne Protokoll wird es beim Auszug oft teuer.
Moderatorin: Ihr wichtigster Tipp?
Frau Ahrens: Nicht unterschreiben, ohne den Vertrag ganz gelesen zu haben. Vor allem die Frage, ob der Vertrag befristet ist, sollte man vorher klären.