DTZ · A2 oder B1

DTZ: der Deutsch-Test für Zuwanderer

Der DTZ ist die Abschlussprüfung des Integrationskurses. Er prüft nicht ein Niveau, sondern zwei: Wer teilnimmt, bekommt am Ende ein Ergebnis für A2 oder für B1 — je nachdem, was er erreicht hat. Das ist der Punkt, an dem sich der DTZ von fast allen anderen Prüfungen unterscheidet.

  • 45 Aufgaben in Hören und Lesen
  • ab 20 richtig: A2 · ab 33 richtig: B1
  • Schreiben und Sprechen werden eingestuft
  • mündlich als Paarprüfung

Wer den DTZ braucht — und wer ihn nicht braucht

Der Test gehört zum Integrationskurs. Wer den Kurs besucht, legt ihn am Ende ab; in vielen Fällen ist die Teilnahme Voraussetzung dafür, dass das Bundesamt die Kurskosten übernimmt. Für den Aufenthaltstitel verlangen Behörden ihn häufig als Nachweis, dass die deutsche Sprache bis zur Abschlussprüfung gelernt wurde.

Wer den DTZ nicht braucht: alle, die den Integrationskurs nicht besuchen und stattdessen direkt ein Zertifikat auf einem bestimmten Niveau vorlegen müssen. Für Einbürgerung, Berufsanerkennung oder einen Studienplatz wird in der Regel ein ausdrückliches B1- oder B2-Zertifikat verlangt — der DTZ ist dafür nur brauchbar, wenn er mit dem Ergebnis B1 abgelegt wurde. Wer schon weiß, dass er B1 braucht, fährt mit einer B1-Prüfung häufig sicherer, weil dort das Ergebnis eindeutig ist.

Aufbau: vier Teile, etwa 100 Minuten

Der DTZ wird an einem Termin geschrieben, die mündliche Prüfung findet meist am selben Tag oder an einem gesonderten Termin statt. Die folgende Tabelle gibt die Aufgaben und Zeiten wieder, die in den Durchführungsbestimmungen stehen — sie sind die Grundlage dafür, wie unsere Testsätze aufgebaut sind.

TeilTeileAufgabenZeitWas verlangt wird
Hören42025 MinAnsagen, Radio, Gespräche, Meinungen zuordnen
Lesen52545 MinRegister, Anzeigen, Presse, Broschüren, formeller Brief
Schreiben11 Aufgabe30 Minformelle Mitteilung von etwa 80 Wörtern, Aufgabe A oder B
Sprechen35etwa 20 Minvorstellen, erzählen und vergleichen, gemeinsam planen

Beim Hören hörst du jeden Text einmal, nur Teile werden wiederholt. Beim Lesen zählt die Zeit mehr als beim Niveau anderer Prüfungen: 25 Aufgaben in 45 Minuten heißt im Schnitt unter zwei Minuten pro Aufgabe. Das ist der Grund, warum die meisten Teilnehmenden im Lesen zuerst liegen bleiben und dann in Teil 4 und 5 hetzen — dort, wo die längeren Texte stehen.

Wie die Punkte entstehen

Hören und Lesen ergeben zusammen 45 Aufgaben, für die es je einen Punkt gibt. Daraus folgen zwei Grenzen:

  • ab 20 richtigen Aufgaben: A2 — das ist etwas weniger als die Hälfte
  • ab 33 richtigen Aufgaben: B1 — das sind gut 70 Prozent

Zwischen 20 und 32 liegt ein Ergebnis auf A2, oberhalb von 33 auf B1. Eine Grenze bei 60 Prozent, wie sie bei anderen Prüfungen üblich ist, gibt es hier nicht.

Schreiben und Sprechen haben keine Punkte, die du zusammenzählen kannst. Sie werden von Prüfenden als A2 oder B1 eingestuft. Für das Gesamtergebnis B1 gilt eine Regel, die viele unterschätzen: B1 im Sprechen ist Pflicht, und zusätzlich muss entweder Hören und Lesen zusammen oder das Schreiben auf B1 liegen. Wer also schriftlich stark ist und im Gespräch hängt, bekommt am Ende A2 — obwohl er die schriftlichen Aufgaben für B1 gelöst hat. Deshalb lohnt es sich, das Sprechen nicht als Restposten zu behandeln.

A2 oder B1: was das Ergebnis praktisch bedeutet

Der DTZ liefert zwei verschiedene Nachweise, und sie öffnen unterschiedliche Türen. Mit A2 ist dokumentiert, dass du dich im Alltag verständigen kannst: einkaufen, Termine machen, kurze Mitteilungen schreiben. Für viele Aufenthaltstitel reicht das. Für eine Stelle mit Kundenkontakt, für eine Ausbildung oder für die Einbürgerung reicht es nicht.

Mit B1 ist dokumentiert, dass du längere Texte verstehst, dich zu Themen äußern und dich schriftlich im formellen Register bewegen kannst. Das ist die Stufe, die Arbeitgeber meinen, wenn sie „gute Deutschkenntnisse" schreiben — und die Behörden meinen, wenn sie B1 verlangen.

Der praktische Unterschied liegt selten im Verstehen, sondern in der Fähigkeit, sich schriftlich angemessen auszudrücken. Viele Teilnehmende verstehen im Alltag fast alles und scheitern am formellen Brief, weil ihnen die Wendungen fehlen: die Anrede, die Bitte, der Grund für die Absage. Genau dort entscheidet sich, ob am Ende A2 oder B1 steht.

Deshalb ist die wichtigste Frage vor dem DTZ nicht „wie viel kann ich", sondern „wo genau fehlt mir die Stufe". Ein vollständiger Durchlauf unter Zeit zeigt das in etwa zwei Stunden belastbar — und nicht über ein Gefühl.

Der Prüfungstag

Angemeldet wird über den Kursträger oder das Prüfungszentrum, meist einige Wochen vorher. Zur Prüfung nimmst du deinen Pass oder Aufenthaltstitel mit — ohne Ausweis wirst du nicht zugelassen. Hilfsmittel sind nicht erlaubt, ein Stift wird gestellt oder ist mitzubringen; ein Wörterbuch ist es nicht.

Typischer Ablauf: Einlass, Belehrung, schriftlicher Teil mit Hören und Lesen, kurze Pause, Schreiben. Die mündliche Prüfung findet in der Regel als Paarprüfung statt: Du sprichst nicht mit einem Prüfer, sondern mit einem anderen Teilnehmenden, während zwei Prüfende zuhören und bewerten. Wer das vorher weiß, ist im Vorteil — die Aufgaben im dritten Teil verlangen, dass du dich mit deinem Partner einigst, nicht, dass du ihn überzeugst.

Zur Vorbereitung auf den Tag selbst haben wir den Ablauf Schritt für Schritt aufgeschrieben, inklusive der Fragen, die vorher fast niemand stellt.

Warum der DTZ für viele die richtige Prüfung ist — und für wen nicht

Der DTZ hat einen Vorteil, den keine andere Prüfung bietet: Er verlangt keine Entscheidung vorher. Niemand muss einschätzen, ob er „schon B1" ist. Du legst die Prüfung ab, und das Ergebnis sagt dir, wo du stehst. Wer im Kurs mitgearbeitet hat, bekommt dort eine Bestätigung — und wer knapp darunter liegt, hat mit A2 einen Nachweis, der für viele Zwecke reicht, statt gar keinen.

Der Nachteil ist derselbe Punkt von der anderen Seite: Wer B1 braucht, hat keine Garantie. Ein Ergebnis auf A2 bedeutet, dass die Prüfung erneut abgelegt werden muss — mit Wartezeit auf einen Termin und einer weiteren Gebühr. Für alle, bei denen B1 eine harte Voraussetzung ist (Einbürgerung, bestimmte Berufe), ist das ein Risiko, das sich vermeiden lässt: Dann ist eine Prüfung sinnvoller, die nur das eine Niveau prüft und bei Nichtbestehen klar sagt, was fehlt.

Praktisch heißt das: Wenn du im Integrationskurs bist, ist der DTZ dein Weg — er ist Teil des Kurses und häufig in den Kosten enthalten. Wenn du den Kurs nicht besuchst und B1 nachweisen musst, ist eine B1-Prüfung der direktere Weg.

Die fünf Stellen, an denen Punkte verloren gehen

  1. Lesen, Teil 1 und 2: Wer Register und Anzeigen wie Fließtexte liest, verliert zehn Minuten. Hier wird gesucht, nicht gelesen.
  2. Hören, Teil 3: richtig/falsch bei Gesprächen. Der Fehler ist fast immer derselbe — eine Aussage wird mit dem ersten Satz beantwortet und der zweite Satz widerspricht. Wer nach dem ersten Satz ankreuzt, liegt oft falsch.
  3. Schreiben: die Aufgabe verlangt ein formelles Register. „Hallo Frau Weber" ist der häufigste Grund für Abzüge, weil die Anrede nicht zum Rest des Briefes passt.
  4. Sprechen, Teil 2: beschreiben statt erzählen. Gefragt ist ein Vergleich mit eigener Erfahrung, nicht eine Bildbeschreibung.
  5. Sprechen, Teil 3: verhandeln heißt Vorschläge machen und auf den Vorschlag des anderen eingehen. Wer nur seine eigene Lösung durchsetzt, verliert Punkte in der Interaktion.

Sechs Wochen bis zur Prüfung

Der DTZ ist keine Prüfung, für die man ein Jahr lernen muss — aber sechs Wochen gezielte Arbeit machen den Unterschied zwischen A2 und B1. Ein Plan, der zu unseren Testsätzen passt:

WocheSchwerpunktWas du konkret machst
1Hören Teil 1 und 2zwei Testsätze, nur Hören; danach Transkripte lesen und markieren, wo die Antwort stand
2Lesen Teil 1 bis 3zwei Testsätze unter Zeitdruck, danach die Fehler nach Aufgabentyp sortieren
3Lesen Teil 4 und 5Broschüren und formelle Briefe; die Aufgabe ist Zuordnung, nicht Übersetzung
4Schreibenvier Briefe, je 30 Minuten; jeden zweiten gegen die Musterlösung prüfen
5Sprechenalle drei Teile laut, mit einem Partner oder aufgenommen; Teil 3 zweimal
6zwei vollständige Durchläufekomplette Prüfung mit Zeit, Auswertung, dann nur die schwächsten Teile wiederholen

Für jeden Schritt gibt es bei uns einen fertigen Testsatz. Der Leseteil des ersten Satzes ist kostenlos und ohne Konto — damit lässt sich in 45 Minuten klären, wo du tatsächlich stehst.

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Häufige Fragen zum DTZ

Wie viele Punkte brauche ich für B1 im DTZ?

In Hören und Lesen zusammen 45 Aufgaben. Ab 20 richtigen Aufgaben liegt das Ergebnis auf A2, ab 33 auf B1. Zusätzlich muss das Sprechen mit B1 bewertet werden und entweder Hören und Lesen oder das Schreiben B1 erreichen.

Ist der DTZ ein B1-Zertifikat?

Er kann eines sein. Der DTZ prüft A2 und B1 gleichzeitig und bescheinigt das erreichte Niveau. Wer B1 erreicht, hat damit einen B1-Nachweis. Ob eine Behörde ihn für einen bestimmten Zweck akzeptiert, entscheidet die Behörde — für die Einbürgerung wird häufig ein ausdrückliches B1-Zertifikat verlangt.

Wie lange dauert der DTZ?

Schriftlich etwa 100 Minuten: Hören 25, Lesen 45 und Schreiben 30 Minuten. Die mündliche Prüfung dauert rund 20 Minuten und findet oft am selben Tag statt, häufig als Paarprüfung.

Was kostet der DTZ?

Die Gebühr legt das Prüfungszentrum fest. Für Teilnehmende eines Integrationskurses ist sie häufig im Kurs enthalten. Eine Wiederholung kostet in der Regel erneut.

Kann ich den DTZ wiederholen?

Ja, über den Kursträger oder das Prüfungszentrum. Es gibt keine Begrenzung der Versuche; für das Ergebnis zählt jeweils die zuletzt abgelegte Prüfung.

Muss ich einen Integrationskurs besucht haben?

Für die Prüfungsteilnahme selbst nicht zwingend — die Zulassung regelt das Zentrum. Für die Übernahme der Kosten durch das Bundesamt ist der Kursbesuch jedoch Voraussetzung.