Leserkommentare: „Mülltrennung – wer kontrolliert hier wen?"
Michael, 34: „Bei uns im Haus hat sich seit der neuen Tonne mit Chip nichts verbessert. Ich glaube nicht, dass Strafen helfen. Wer morgens um sieben zur Arbeit muss, wirft den Müll dahin, wo Platz ist, egal was es kostet. Größere Behälter und eine zweite Leerung pro Woche wären die Lösung."
Ayla, 28: „In meiner alten Wohnung hat der Hausmeister Fotos von falsch gefüllten Tonnen im Treppenhaus aufgehängt, mit Wohnungsnummer. Das Ergebnis war ein halbes Jahr Streit, und am Ende hat niemand mehr etwas getrennt. Kontrolle durch Nachbarn funktioniert nicht."
Herr Brandt, 61: „Ich trenne seit dreißig Jahren, aber die Regeln ändern sich ständig, und keiner erklärt sie. Wo gehört die Kaffeekapsel hin? Ich weiß es nicht, und im Amt weiß es offenbar auch niemand. Ein Infoabend im Haus würde mehr bringen als jede Kontrolle."
Johanna, 19: „Ich wohne seit einem Jahr in einer WG und gebe zu: Ich weiß oft nicht, wohin der Becher vom Joghurt gehört. Aber das ist keine Ausrede – ich könnte es googeln, ich mache es nur nicht. Wenn mein Mitbewohner mir das erklärt, merke ich es mir auch."
Tobias, 41: „In unserem Haus wird jede Woche kontrolliert, und es funktioniert: Die Tonnen sind sauber, seit zwei Jahren gab es keine Beschwerde. Datenschutz ist hier kein Thema – die Tonne gehört dem Haus, nicht mir. Wer nichts falsch macht, hat nichts zu befürchten."
Ilse, 72: „Ich wohne im vierten Stock ohne Aufzug. Die Tonnen stehen im Hof, und ich schaffe den Weg mit meinem Rollator einfach nicht. Ich trenne alles in der Küche und gebe es meiner Nachbarin mit. Statt zu kontrollieren, sollte man für ältere Menschen den Müll abholen."
Deniz, 25: „Das Problem sind nicht die Bürger, sondern die Verpackungen: fünf verschiedene Kunststoffsorten, Beschichtungen, Klebstoffe. Ich trenne, so gut ich kann, aber ich erwarte nicht, dass ich es perfekt mache. Solange die Hersteller so produzieren, ist jede Kontrolle Theater."