Wie sollen Betriebe neue Mitarbeitende auswählen?
Acht Personen äußern sich zu Bewerbungsverfahren.
a) Ruth Albers, Ausbilderin: Zeugnisse sagen wenig über Teamfähigkeit. Wir lassen Bewerber einen Tag mitarbeiten und schauen, wie sie mit Kunden sprechen. Das ist aufwendig, aber wir haben seither weniger Fehlgriffe.
b) Deniz Kaya, IT-Leiter: Bei uns zählen Arbeitsproben. Wer Code oder ein Konzept mitbringt, zeigt mehr als in jedem Anschreiben. Wir verzichten deshalb fast ganz auf Motivationsschreiben.
c) Petra Simon, Bewerberin: Ich habe drei Runden Assessment-Center mitgemacht. Nach der zweiten hätte man wissen können, dass es nicht passt. Solche Verfahren kosten allen nur Zeit.
d) Malte Reuter, Geschäftsführer: Ein Gespräch reicht, wenn man die richtigen Fragen stellt. Alles andere ist Ritual, das wir uns aus Gewohnheit leisten.
e) Sonja Berger, Betriebsrätin: Auswahlverfahren müssen nachvollziehbar sein. Wer abgelehnt wird, sollte auf Wunsch eine Begründung bekommen – das ist eine Frage des Respekts.
f) Ayla Demir, Berufseinsteigerin: Ich wäre ohne Praktikum nie eingestellt worden. Meine Noten haben über meine Fähigkeiten wenig ausgesagt.
g) Hendrik Voss, Personalberater: Viele Betriebe setzen Persönlichkeitstests ein, ohne zu wissen, ob diese etwas vorhersagen. Das ist teuer und unwissenschaftlich.
h) Nina Falk, Abteilungsleiterin in der Pflege: Wir fragen gezielt nach Berufserfahrung im Ausland und lassen Zeugnisse übersetzen. Wer das nicht anbietet, verliert gute Leute an die Konkurrenz.