Goethe-Zertifikat C1 (modular, ab 2024) · C1

Goethe-Zertifikat C1 (modular, ab 2024) — Hören Teil 4

Vortrag: Einzelinformationen verstehen

  • 7 Aufgaben
  • 40 Minuten für den Abschnitt
  • 100 Punkte
  • aus 10 Testsätzen

3 echte Aufgabe(n) aus Testsatz goethe_c1_ts01 sind unten abgedruckt — mit Lösung zum Aufklappen.

Strategie für diesen Teil

Die richtige Antwort ist fast immer eine Umschreibung, kein wörtliches Zitat. Wer nach dem Wort aus der Frage sucht, tappt in die Falle.

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Vortrag: „Die Angst vor der Maschine“ – Automatisierung in historischer Perspektive

Sie hören einen Radiovortrag über die Geschichte der Automatisierungsdebatte. Sie hören den Vortrag zweimal.
Transkript (wie im Hörtext gesprochen)

Guten Abend. Mein Vortrag trägt den Titel „Die Angst vor der Maschine“ und beginnt mit einer Beobachtung, die älter ist als die Informatik: Sobald eine Technik Arbeit übernimmt, entsteht die Sorge, dass Menschen überflüssig werden. Ich möchte in vier Schritten zeigen, dass diese Sorge nicht falsch, aber regelmäßig falsch adressiert war. Der erste Schritt führt ins Jahr 1930. Ein britischer Ökonom hielt damals fest, die Produktivität wachse schneller als der Bedarf an Arbeitskräften, und prognostizierte eine Arbeitswoche von fünfzehn Stunden. Die Prognose traf die Richtung, nicht das Ausmaß: Die Arbeitszeit sank, aber nicht so stark, weil mit dem Wohlstand neue Bedürfnisse entstanden – Bildung, Gesundheit, Unterhaltung, Beratung. Genau diese Fähigkeit, neue Nachfrage zu erzeugen, ist der Grund, warum einfache Rechnungen zur Automatisierung scheitern. Zweiter Schritt: die siebziger Jahre. Damals wurde die Einführung von Computern in Büros von einer Debatte begleitet, die der heutigen zum Verwechseln ähnlich sieht. Man befürchtete Massenarbeitslosigkeit bei Angestellten. Tatsächlich verschwanden ganze Tätigkeiten – Schreibbüros, Lochkartenabteilungen –, während die Zahl der Bürobeschäftigten insgesamt stieg. Was verschwand, war die Tätigkeit, nicht die Person: Die Betroffenen wechselten in Bereiche, in denen Urteilsvermögen gefragt war. Dritter Schritt, und hier wird es unangenehm: Der Ausgleich funktioniert nicht automatisch und nicht schnell. In den achtziger Jahren verloren in Teilen Nordenglands und im Ruhrgebiet Zehntausende ihre Arbeit in wenigen Jahren; die Regionen brauchten fast zwei Jahrzehnte, um neue Beschäftigung aufzubauen. Die Kosten trugen die, die am wenigsten Möglichkeiten hatten, den Wohnort zu wechseln. Wer über Automatisierung spricht, muss deshalb über regionale Ungleichzeitigkeit sprechen, nicht nur über Durchschnittswerte. Vierter Schritt: Was folgt daraus für heute? Erstens: Die Zahl der Arbeitsplätze ist die falsche Kennzahl; entscheidend ist, ob Menschen ihre Fähigkeiten in neue Aufgaben mitnehmen können. Zweitens: Übergänge brauchen Zeit, und Zeit kostet Geld – Weiterbildung in der Freizeit ist keine Lösung, sondern eine Verschiebung der Kosten auf die Betroffenen. Drittens: Die Geschichte lehrt Demut gegenüber Prognosen. Wer heute sagt, in zwanzig Jahren gebe es keine Buchhaltung mehr, wiederholt einen Satz, der schon vor fünfzig Jahren falsch war. Ich danke Ihnen.

Aufgaben aus dem ersten Testsatz

Echte Aufgaben aus unserem Bestand — nicht aus einem offiziellen Modellsatz. Die Lösungen sind eingeklappt, damit du erst selbst antworten kannst.

Teil · Was will der Vortragende mit dem historischen Rückblick zeigen?

  • a Dass Ökonomen Prognosen grundsätzlich verweigern sollten.
  • b Dass Automatisierung langfristig keine Folgen hat.
  • c Dass die Sorge um Arbeitsplätze stets berechtigt, aber meist falsch adressiert war.
Lösung und Begründung

c — Er kündigt an, die Sorge sei nicht falsch, aber regelmäßig falsch adressiert gewesen. Der Rückblick dient also der Präzisierung, nicht der Beruhigung.

Teil · Was traf die Prognose von 1930?

  • a Das Ausmaß, nicht die Richtung.
  • b Die Richtung, nicht das Ausmaß.
  • c Weder Richtung noch Ausmaß.
Lösung und Begründung

b — Die Arbeitszeit sank, aber nicht auf fünfzehn Stunden, weil mit dem Wohlstand neue Bedürfnisse entstanden. Deshalb stimmt die Richtung, nicht das Ausmaß.

Teil · Warum scheitern einfache Rechnungen zur Automatisierung?

  • a Weil Produktivität kaum noch wächst.
  • b Weil Statistiken unzuverlässig sind.
  • c Weil neue Nachfrage neue Tätigkeiten erzeugt.
Lösung und Begründung

c — Bildung, Gesundheit, Unterhaltung und Beratung sind die Bereiche, in denen neue Nachfrage entstand. Diese Fähigkeit zur Nachfrageerzeugung unterläuft einfache Rechnungen.

In der App bekommst du zu jeder Aufgabe eine Begründung, Punkte umgerechnet auf die offiziellen Abschnittspunkte und ein Urteil gegen die Bestehensgrenze.

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Mit Audio, Zeitdruck und Auswertung je Aufgabe.

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