Goethe-Zertifikat C1 (modular, ab 2024) · C1

Goethe-Zertifikat C1 (modular, ab 2024) — Lesen Teil 2

Hauptaussagen und Einzelinformationen verstehen (Zeitschriftenartikel)

  • 7 Aufgaben
  • 65 Minuten für den Abschnitt
  • 100 Punkte
  • aus 10 Testsätzen

3 echte Aufgabe(n) aus Testsatz goethe_c1_ts01 sind unten abgedruckt — mit Lösung zum Aufklappen.

Strategie für diesen Teil

Die richtige Antwort ist fast immer eine Umschreibung, kein wörtliches Zitat. Wer nach dem Wort aus der Frage sucht, tappt in die Falle.

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Lernen auf Kommando – Warum Betriebe ihre Erfahrenen übersehen

Wer über den Fachkräftemangel klagt, spricht meist über Menschen, die erst noch eingestellt werden müssten. Dabei sitzt das größte Potenzial häufig in den eigenen Reihen – vorausgesetzt, man investiert in die, die schon da sind. Eine Erhebung unter 400 mittelständischen Betrieben zeigt allerdings, dass Weiterbildung zwar als wichtig gilt, aber selten systematisch geplant wird: Nur jedes dritte Unternehmen verfügt über einen verbindlichen Weiterbildungsplan, in den meisten Häusern entscheidet die unmittelbare Führungskraft, wer einen Kurs besuchen darf. Auffällig ist dabei ein Muster, das die Studienleiterin den „Teufelskreis der Bewährten“ nennt. Gefördert werden vor allem diejenigen, die bereits als leistungsstark gelten; wer länger als zehn Jahre dieselbe Tätigkeit ausübt, wird seltener angesprochen. Das geschieht selten aus Böswilligkeit, sondern weil Vorgesetzte das Risiko scheuen, eine eingespielte Abteilung drei Wochen ohne ihre erfahrenste Kraft zu führen. Ältere Beschäftigte erhalten damit genau dann keine Qualifizierung, wenn ihre Tätigkeit durch Software ersetzt werden könnte. Ein Hotelunternehmen aus Sachsen hat diesen Kreislauf nach eigenen Angaben durchbrochen, indem es die Weiterbildung von der Zustimmung der Führungskräfte entkoppelte. Zweimal im Jahr werden alle Beschäftigten zu einem Gespräch eingeladen, in dem es ausschließlich um ihre berufliche Entwicklung geht; die Teilnahme an Kursen gilt als Arbeitszeit, für die Zeit der Abwesenheit wird eine Vertretung bezahlt. Der Personalchef räumt ein, dass dies zunächst teuer gewesen sei, inzwischen habe sich die Fluktuation in den betroffenen Abteilungen jedoch halbiert. Die Auswertung der Anmeldungen enthält einen Befund, der vielen Annahmen widerspricht: Abendkurse nach achtzehn Uhr wurden kaum genutzt, Wochenendangebote noch weniger. Wer im Schichtbetrieb arbeitet, so das Fazit, lernt nicht dann, wenn es dem Betrieb passt, sondern dann, wenn es in den Alltag passt. Wer Weiterbildung ernst nimmt, muss deshalb nicht nur das Budget erhöhen, sondern Arbeitszeit umverteilen – eine Entscheidung, die keine Weiterbildungsabteilung allein treffen kann.

Aufgaben aus dem ersten Testsatz

Echte Aufgaben aus unserem Bestand — nicht aus einem offiziellen Modellsatz. Die Lösungen sind eingeklappt, damit du erst selbst antworten kannst.

Teil · Was ergibt die Erhebung unter den mittelständischen Betrieben?

  • a Die Führungskräfte lehnen Weiterbildung grundsätzlich ab.
  • b Weiterbildung wird mehrheitlich für verzichtbar gehalten.
  • c Verbindliche Pläne für Weiterbildung sind die Ausnahme.
Lösung und Begründung

c — Nur jedes dritte Unternehmen verfügt über einen verbindlichen Plan, in den meisten Häusern entscheidet zudem die Führungskraft im Einzelfall. Von Ablehnung ist keine Rede, eher von fehlender Systematik.

Teil · Worin besteht der „Teufelskreis der Bewährten“?

  • a Betriebe bilden nur noch Nachwuchs aus und lassen Ältere aus.
  • b Wer schon als stark gilt, wird gefördert, während Erfahrene seltener gefragt werden.
  • c Beschäftigte wechseln nach zehn Jahren regelmäßig die Abteilung.
Lösung und Begründung

b — Gefördert werden die bereits als leistungsstark Geltenden; wer lange dieselbe Tätigkeit ausübt, wird seltener angesprochen. Der Kreislauf verstärkt sich, weil die Förderung die Bewertung „bewährt“ weiter bestätigt.

Teil · Warum sprechen Vorgesetzte erfahrene Beschäftigte seltener an?

  • a Weil sie den Ausfall einer eingespielten Kraft vermeiden wollen.
  • b Weil ältere Beschäftigte rechtlich nicht gefördert werden dürfen.
  • c Weil diese selbst kein Interesse an Kursen zeigen.
Lösung und Begründung

a — Vorgesetzte scheuen das Risiko, eine eingespielte Abteilung für drei Wochen ohne ihre erfahrenste Kraft zu führen. Die Zurückhaltung folgt also aus dem Betriebsablauf, nicht aus dem Verhalten der Beschäftigten.

In der App bekommst du zu jeder Aufgabe eine Begründung, Punkte umgerechnet auf die offiziellen Abschnittspunkte und ein Urteil gegen die Bestehensgrenze.

Weitere Teile dieser Prüfung

Lesen Teil 1

8 Aufgaben · Text rekonstruieren, Lückentext mit 4-gliedriger MC (populärwissenschaftlicher Artikel)

Lesen Teil 3

8 Aufgaben · Text mit 8 Sätzen rekonstruieren (Kommentar/Reportage)

Lesen Teil 4

7 Aufgaben · Meinungen/Aussagen erkennen und verorten (5 Aussagen)

Hören Teil 1

6 Aufgaben · Podcast/Rezension: Aussagen Textabschnitten zuordnen

Hören Teil 2

9 Aufgaben · Interview mit Experten: Aussagen und Details verstehen

Hören Teil 3

8 Aufgaben · Diskussion mit drei Personen (4 Abschnitte, je 2 Aufgaben)

Hören Teil 4

7 Aufgaben · Vortrag: Einzelinformationen verstehen

Schreiben Teil 1

2 Aufgaben · Diskussionsbeitrag ca. 230 Wörter, vier Sprachfunktionen (erklären, argumentieren, Beispiele, abwägen) · (halb-)formelle E-Mail ca. 120 Wörter, vier Sprachfunktionen

Sprechen Teil 1

2 Aufgaben · Vortrag zu gewähltem Thema vor Publikum mit Stichpunkten, 4 Sprachfunktionen, Nachfragen beantworten · freie Diskussion zu kontroverser Frage mit Inputtext und vier Stichpunkten

Diesen Teil unter echter Zeit üben

Mit Audio, Zeitdruck und Auswertung je Aufgabe.

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