Goethe-Zertifikat C1 (modular, ab 2024) · C1

Goethe-Zertifikat C1 (modular, ab 2024) — Lesen Teil 4

Meinungen/Aussagen erkennen und verorten (5 Aussagen)

  • 7 Aufgaben
  • 65 Minuten für den Abschnitt
  • 100 Punkte
  • aus 10 Testsätzen

3 echte Aufgabe(n) aus Testsatz goethe_c1_ts01 sind unten abgedruckt — mit Lösung zum Aufklappen.

Strategie für diesen Teil

Lies die Aufgabe zuerst, dann den Text — in dieser Reihenfolge, nicht umgekehrt.

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Fünf Stimmen zur Automatisierung

Fünf Stimmen zur Automatisierung der Arbeitswelt (a) Katrin Behnisch, Sekretärin einer Industriegewerkschaft: „Ich habe nichts gegen Maschinen, die schwere Arbeit übernehmen. Was mich stört, ist die Verteilung der Kosten: Wer mit Algorithmen Gewinne erzielt, muss auch für die Qualifizierung derer aufkommen, deren Stellen verschwinden. Wir fordern deshalb einen Tarifvertrag, der Weiterbildung nicht als freiwillige Wohltat, sondern als einklagbare Pflicht festschreibt – finanziert von den Betrieben, die die Technik einführen.“ (b) Hannes Rüdiger, Inhaber eines Maschinenbaubetriebs mit 90 Beschäftigten: „Wir haben in den letzten fünf Jahren drei Anlagen automatisiert und niemanden entlassen; die Belegschaft ist heute älter als damals. Was uns blockiert, sind nicht die Kosten der Technik, sondern die Förderverfahren: Für einen Zuschuss von 15.000 Euro brauche ich einen Berater, zwei Gutachten und ein halbes Jahr Geduld. Ich will Geld, das ich ohne Antragsarchitektur abrufen kann.“ (c) Prof. Dr. Nadezhda Larsen, Industriesoziologin: „Die Debatte über Umschulung verdeckt, dass viele Qualifikationen nicht ersetzt, sondern entwertet werden: Wer zwanzig Jahre lang Anlagen eingerichtet hat, dessen Wissen verliert an Marktwert, ohne dass ein Kurs das ausgleicht. Wir sollten deshalb nicht nur über den Aufstieg nach oben sprechen, sondern über die Aufwertung einfacher Tätigkeiten – über Löhne, Anerkennung und Mitbestimmung bei der Einführung von Systemen.“ (d) Dr. Milan Kovač, Arbeitsmarktforscher bei einem Wirtschaftsverband: „Die öffentliche Vorstellung, Algorithmen würden binnen weniger Jahre ganze Berufe auslöschen, hält keiner Prüfung stand. In unseren Daten verschieben sich Tätigkeiten schrittweise, und der eigentliche Engpass ist ein anderer: Wir finden keine Leute. Wer über Automatisierung redet, ohne über Zuwanderung und Arbeitszeit zu reden, beschreibt nur die halbe Lage.“ (e) Sophie Aydin, Gründerin eines Softwareunternehmens: „Natürlich entstehen neue Berufe – Datenpflege, Modellbewertung, Schnittstellenbetreuung. Nur entstehen sie selten für die Menschen, die ihren Job verlieren: Ein Lagerarbeiter wird nicht dadurch Datenanalyst, dass man ihm einen Kurs empfiehlt. Ich plädiere für Qualifikationskonten, die an die Person gebunden sind und beim Arbeitgeberwechsel mitgenommen werden können.“

Aufgaben aus dem ersten Testsatz

Echte Aufgaben aus unserem Bestand — nicht aus einem offiziellen Modellsatz. Die Lösungen sind eingeklappt, damit du erst selbst antworten kannst.

Teil · Wer von Qualifizierung spricht, muss auch davon sprechen, dass erlerntes Wissen an Wert verliert.

  • a Katrin Behnisch (Gewerkschaft)
  • b Hannes Rüdiger (Maschinenbau)
  • c Prof. Dr. Nadezhda Larsen (Soziologie)
  • d Dr. Milan Kovač (Arbeitsmarktforschung)
  • e Sophie Aydin (Softwareunternehmen)
Lösung und Begründung

c — Larsen unterscheidet Entwertung von Ersetzung: Wissen verliert an Marktwert, ohne dass ein Kurs das ausgleicht. Sie fordert deshalb Aufwertung einfacher Tätigkeiten statt nur Aufstieg.

Teil · Die Geschwindigkeit des Wandels wird in der öffentlichen Debatte überschätzt.

  • a Katrin Behnisch (Gewerkschaft)
  • b Hannes Rüdiger (Maschinenbau)
  • c Prof. Dr. Nadezhda Larsen (Soziologie)
  • d Dr. Milan Kovač (Arbeitsmarktforschung)
  • e Sophie Aydin (Softwareunternehmen)
Lösung und Begründung

d — Kovač hält die Vorstellung, Algorithmen würden ganze Berufe binnen weniger Jahre auslöschen, für unhaltbar. In seinen Daten verschieben sich Tätigkeiten schrittweise.

Teil · Der drängendste Engpass ist nicht die Technik, sondern fehlendes Personal.

  • a Katrin Behnisch (Gewerkschaft)
  • b Hannes Rüdiger (Maschinenbau)
  • c Prof. Dr. Nadezhda Larsen (Soziologie)
  • d Dr. Milan Kovač (Arbeitsmarktforschung)
  • e Sophie Aydin (Softwareunternehmen)
Lösung und Begründung

d — Kovač sagt ausdrücklich, der eigentliche Engpass sei ein anderer: „Wir finden keine Leute.“ Damit verschiebt er den Fokus auf Zuwanderung und Arbeitszeit.

In der App bekommst du zu jeder Aufgabe eine Begründung, Punkte umgerechnet auf die offiziellen Abschnittspunkte und ein Urteil gegen die Bestehensgrenze.

Weitere Teile dieser Prüfung

Lesen Teil 1

8 Aufgaben · Text rekonstruieren, Lückentext mit 4-gliedriger MC (populärwissenschaftlicher Artikel)

Lesen Teil 2

7 Aufgaben · Hauptaussagen und Einzelinformationen verstehen (Zeitschriftenartikel)

Lesen Teil 3

8 Aufgaben · Text mit 8 Sätzen rekonstruieren (Kommentar/Reportage)

Hören Teil 1

6 Aufgaben · Podcast/Rezension: Aussagen Textabschnitten zuordnen

Hören Teil 2

9 Aufgaben · Interview mit Experten: Aussagen und Details verstehen

Hören Teil 3

8 Aufgaben · Diskussion mit drei Personen (4 Abschnitte, je 2 Aufgaben)

Hören Teil 4

7 Aufgaben · Vortrag: Einzelinformationen verstehen

Schreiben Teil 1

2 Aufgaben · Diskussionsbeitrag ca. 230 Wörter, vier Sprachfunktionen (erklären, argumentieren, Beispiele, abwägen) · (halb-)formelle E-Mail ca. 120 Wörter, vier Sprachfunktionen

Sprechen Teil 1

2 Aufgaben · Vortrag zu gewähltem Thema vor Publikum mit Stichpunkten, 4 Sprachfunktionen, Nachfragen beantworten · freie Diskussion zu kontroverser Frage mit Inputtext und vier Stichpunkten

Diesen Teil unter echter Zeit üben

Mit Audio, Zeitdruck und Auswertung je Aufgabe.

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